Travian Kingdoms Test: Das kann die neue Version
Du suchst ein neues Strategiespiel, aber die Auswahl ist riesig? Gerade bei Echtzeitstrategie-Browsergames verliert man schnell den Überblick. Während das klassische Travian bereits seit Jahren Spieler begeistert, wirbt Travian Kingdoms mit neuen Features und verbesserter Spielmechanik.
Nach monatelangen Tests kann ich dir sagen: Travian Kingdoms bringt durchaus frischen Wind ins bewährte Konzept. Aber längst nicht alle Änderungen sind Verbesserungen.
Die wichtigste Frage zuerst: Lohnt sich der Wechsel?

Travian Kingdoms
Gelungene Weiterentwicklung des Klassikers mit verbesserter Königreiche-Mechanik. Das neue Politiksystem macht strategische Allianzen wichtiger denn je.
Was macht Travian Kingdoms anders?
Der größte Unterschied zu Travian Legends liegt im politischen System. Während du früher hauptsächlich deine eigenen Dörfer ausgebaut hast, stehen jetzt Königreiche im Mittelpunkt. Du wirst entweder König oder Gouverneur — und diese Entscheidung prägt dein komplettes Spielerlebnis.
Als König verwaltest du ein ganzes Königreich mit mehreren Gouverneuren unter dir. Klingt mächtig? Ist es auch, aber die Verantwortung steigt enorm. Deine Gouverneure erwarten Schutz, Entwicklungshilfe und strategische Führung.
Königreiche-Mechanik im Detail
Technisch gesehen funktioniert das System über Tribute und Schatzkammern. Jeder Gouverneur zahlt einen Teil seiner Ressourcen-Produktion an seinen König. Im Gegenzug erhält er Schutz durch die königliche Armee und Zugang zu erweiterten Technologien.
Pro-Tipp für Fortgeschrittene: Die optimale Größe eines Königreichs liegt bei 8-12 aktiven Spielern. Mehr wird schwer kontrollierbar, weniger macht dich angreifbar.
Wähle deinen König nicht nur nach Aktivität, sondern auch nach Zeitzone. Ein König in einer anderen Zeitzone kann nachts deine Verteidigung koordinieren — entscheidend für den Erfolg.
Die drei Völker im Vergleich
Auch bei den Völkern hat sich einiges getan. Gallier, Germanen und Römer spielen sich unterschiedlicher als je zuvor.
Gallier – Die Defensiv-Experten
Phalanx-Krieger sind noch stärker geworden. Mit der richtigen Ausrüstung hält ein gut ausgebautes gallisches Dorf selbst massive Angriffe ab. Allerdings: Offensive Aktionen fallen schwerer.
Germanen – Aggressive Plünderer
Germanen profitieren am meisten vom neuen Handelssystem. Ihre Kaufleute transportieren mehr Waren und die Berserker können jetzt auch Schatzkammern effektiver ausrauben.
Römer – Ausgewogene Allrounder
Die neue Ingenieurs-Einheit macht Römer zur ersten Wahl für Königreiche-Bau. Pretorian und Imperian ergänzen sich perfekt in kombinierten Armeen.

Travian: Legends
Das klassische Travian für Puristen. Weniger komplexe Politik, dafür fokussierter aufs reine Strategiespiel. Perfekt wenn dir Kingdoms zu überladen ist.
Das Ressourcen-System unter der Haube
Unter der Haube hat Travian Kingdoms eine komplexere Wirtschaftssimulation. Die vier Grundressourcen funktionieren zwar gleich, aber Schätze und Tribute verändern das Balancing erheblich.
Jedes Königreich generiert über Zeit Schätze — eine fünfte Ressource, die nur für spezielle Upgrades und Aktionen verwendet werden kann. Hier zeigt sich, ob ein Königreich langfristig erfolgreich wirtschaftet.
Tribute richtig einsetzen
Als Gouverneur zahlst du 25% deiner Rohstoff-Produktion als Tribut. Das klingt viel, aber ein guter König investiert diese Ressourcen klug in Verteidigung und Infrastruktur, von der alle profitieren.
Schlechtes Balancing kann ich hier aber nicht verschweigen: Zahlende Spieler können mit Gold deutlich mehr Schätze generieren. Das macht den Unterschied zwischen Free-to-Play und Premium-Spielern größer als in Travian Legends.
Mobile vs. Desktop — Ein wichtiger Punkt
Travian Kingdoms funktioniert direkt im Browser auf allen Geräten. Am Smartphone ist die Bedienung intuitiver als beim Klassiker, aber für komplexere strategische Entscheidungen brauche ich trotzdem den großen Bildschirm.
Die App-Version bietet praktische Push-Benachrichtigungen für Angriffe und fertige Bauaufträge. Gerade als König ist das unverzichtbar, um schnell auf Bedrohungen zu reagieren.
| Merkmal | Travian Kingdoms | Travian Legends | Gewinner |
|---|---|---|---|
| Strategietiefe | Königreiche-Politik | Klassische Allianzen | Kingdoms |
| Einsteigerfreundlichkeit | Komplex | Überschaubarer | Legends |
| Mobile Optimierung | Sehr gut | Okay | Kingdoms |
| Free-to-Play Balance | Schätze kosten Gold | Fairer | Legends |
| Community-Features | Königreiche-Chat | Allianz-Forum | Unentschieden |
Langzeitmotivation und Endgame
Ein Server läuft etwa ein Jahr, dann startet ein neues Universum. Das Endgame funktioniert über Weltwunder — aber hier hat Kingdoms eine entscheidende Änderung: Nur Königreiche können Weltwunder bauen, keine einzelnen Allianzen.
Das macht die letzten Monate eines Servers deutlich intensiver. Wer die Politik seines Königreichs vernachlässigt hat, wird beim Weltwunder-Bau schnell abgehängt.
Für Strategie-Fans: Die Analyse-Tools
Travian Kingdoms bietet bessere Statistiken als der Klassiker. Du siehst nicht nur deine eigene Entwicklung, sondern auch die Performance deines Königreichs im Server-Vergleich. Besonders die Karten-Ansicht mit Einflussgebieten hilft bei strategischen Entscheidungen.

Forge of Empires
Falls dir Travian zu mittelalterlich ist: Hier baust du dein Reich durch alle Epochen der Menschheit. Von der Steinzeit bis zur Zukunft.
Was nervt an Travian Kingdoms?
Ehrlich gesagt gibt es einige Punkte, die mich stören. Die Lernkurve ist deutlich steiler als beim Original. Als Neueinsteiger wirst du in den ersten Wochen oft überfordert sein.
Die Abhängigkeit von anderen Spielern ist Fluch und Segen zugleich. Ein inaktiver König kann dein Spielerlebnis komplett ruinieren. Umgekehrt machst du als König das Spiel für andere kaputt, wenn du nicht regelmäßig online bist.
Pay-to-Win Problematik
Der Elefant im Raum: Gold macht einen größeren Unterschied als früher. Schätze für Gold zu kaufen, verschafft zahlenden Spielern echte Vorteile beim Königreichs-Ausbau.
Trotzdem kannst du als Free-to-Play-Spieler erfolgreich sein — aber nur mit deutlich mehr Zeitaufwand und strategischer Planung.

Grepolis
Antikes Griechenland statt Mittelalter: Hier baust du Poleis und verehrst die Götter. Ähnliche Strategietiefe, aber andere Atmosphäre.
Alternative Strategiespiele
Falls Travian Kingdoms doch nicht das Richtige für dich ist, gibt es starke Alternativen:

Goodgame Empire
Einsteigerfreundlicher und mit modernerer Grafik. Perfekt wenn dir Travian zu komplex ist, du aber trotzdem Mittelalter-Strategie willst.

OGame
Science-Fiction statt Fantasy: Baue ein Weltraum-Imperium auf. Weniger Politik, mehr reine Strategie und Ressourcen-Management.
Mein Fazit nach 6 Monaten
Travian Kingdoms ist eine gelungene Weiterentwicklung, aber kein Spiel für jeden. Die Königreiche-Mechanik bringt neue strategische Tiefe, macht das Spiel aber auch deutlich komplexer.
Wer schon Travian Legends gespielt und sich eine Herausforderung wünscht, sollte definitiv einen Blick riskieren. Als kompletter Strategiespiel-Neuling würde ich eher mit dem klassischen Travian oder Forge of Empires anfangen.
Die Community ist aktiv und hilfsbereit — gerade in den deutschsprachigen Königreichen findest du schnell Anschluss. Plane aber mindestens eine Stunde täglich ein, wenn du ernsthaft mitspielen willst.
Häufige Fragen
Ja, Travian Kingdoms ist komplett kostenlos spielbar. Gold-Käufe bieten Vorteile beim Schätze sammeln, sind aber nicht zwingend nötig für erfolgreiches Spielen.
Das hängt von deinen Vorlieben ab. Kingdoms bietet mehr strategische Tiefe durch die Politik-Mechanik, ist aber auch komplexer. Legends ist einsteigerfreundlicher und fokussiert sich aufs reine Strategiespiel.
Für erfolgreiches Spielen solltest du mindestens 30-60 Minuten täglich einplanen. Als König eines aktiven Königreichs kann es deutlich mehr werden, besonders während Kriegen.
Nein, Travian Kingdoms ist stark auf Teamwork ausgelegt. Du brauchst ein aktives Königreich und gute Kommunikation mit anderen Spielern. Einzelgänger haben es sehr schwer.
Römer sind ideal für Anfänger. Sie bieten ausgewogene Einheiten und haben durch die Ingenieurs-Fähigkeit Vorteile beim Königreiche-Bau. Gallier sind gut für defensive Spieler, Germanen für aggressive Plünderer.
